2:1-Auswärtssieg in Stuttgart

Erster Auswärtssieg in der Liga seit 495 Tagen!

765 Zuscauer, ca. 250 Erfurter

2:0-Niederlage gegen Großaspach

4.420 Zuschauer, ca. 30 Gästefans

Ereignisse rund um das Heimspiel gegen Dynamo Dresden

Das Heimspiel gegen Dynamo Dresden sollte pl√∂tzlich und unerwartet, f√ľr uns als Gruppe und das E2-Kollektiv, f√ľr welches wir in diesem Rahmen sprechen, enden. Wir m√ľssen die Umst√§nde nutzen, auf die Szenarien rund um das erste Pflichtspiel des Jahres 2016 aufmerksam zu machen. Nicht, um unsere Reaktion des Boykotts zu rechtfertigen und zu erkl√§ren, sondern vielmehr, um die erschreckenden Umst√§nde im Umfeld des Steigerwaldstadions infrage und an den Pranger zu stellen.
Nacktkontrollen sind im Zuge von Fu√üballspielen in Deutschland leider keine Seltenheit mehr – zwar stehen sie noch nicht an der Tagesordnung, dennoch pr√§gen sie schon seit geraumer Zeit die Durchsuchungstaktiken der Polizei gegen√ľber Fans.

Dass Fans des FC Rot-Wei√ü Erfurt Teil dieser entw√ľrdigenden Einlasskontrollen werden, h√§tten wir nicht f√ľr m√∂glich gehalten – erst recht nicht im eigenen Stadion, vor den Augen des eigenen Vereins.

Am besagten Heimspieltag wurden Fans am Eingang auf indiskrete, intransparente und verbal-aggressive Art und Weise rausgezogen. Die deklassierende Kategorisierung wurde von Zivilbeamten der Erfurter Polizei und Mitgliedern des Ordnungsdienstes vorgenommen. Bei den Durchsuchten handelte es sich vorrangig um regelm√§√üige E2-Besucher, aber auch um¬†einige andere im Stadion anwesende Personen. Einmal in den Fokus der Sicherheitsorgane geraten, musste man sich unter den Augen der gesamten √Ėffentlichkeit der Sp√ľrnase eines Sprengstoffhundes aussetzen. Schlug ebendieser an, erh√§rtete sich der vermeintliche „Verdacht auf Pyrotechnik“ und die Polizei wies die Beschuldigten an, sich in die alte Gesch√§ftsstelle des FC Rot-Wei√ü Erfurt e.V. zu begeben. Die Beamten lie√üen es nicht zu, der Kontrolle durch Verlassen des Stadions zu entgehen. Ebenso lehnten sie es vehement ab, der Ma√ünahme durch das Hinzuziehen eines Fanprojektmitarbeiters oder einer unabh√§ngigen Begleitperson einen weniger diktatorisch-rigorosen Charakter zu verleihen. Unter Druck, der Androhung k√∂rperlicher Gewalt und Anzeigen nie begangener Straftaten mussten sich die Beschuldigten vollkommen entbl√∂√üen. Diese Ma√ünahme wurde anf√§nglich auf dem offenen Gang vollzogen und erst durch sp√§teres Intervenieren des Fanprojektes in einen geschlossenen Raum verlegt. Das Verhalten des Ordnungsdienstes und der Polizei war zu jeder Zeit undurchsichtig, gereizt und aggressiv. Die Sicherheitsorgane waren nicht gewillt, in irgendeiner Art und Weise deeskalierend zu wirken, vielmehr verst√§ndigten sie sich via Beleidigungen, falschen Anschuldigungen und Androhungen k√∂rperlicher Gewalt gegen√ľber fragenden Fans.
Generell warf das Auftreten einiger Mitarbeiter des Ordnungsdienstes Guardian Force an diesem Tage Fragen auf. W√§hrend die auserkorenen Stadionbesucher auf die Durchsuchung durch den Sprengstoffhund warteten, machten die Security-Leute partiell Handyaufnahmen von diesen Personen. Wozu dieses Material dienen soll, wurde allerdings auch auf Nachfragen nicht kommuniziert. Dies greift eindeutig in die Pers√∂nlichkeitsrechte ein und ist meilenweit von einem seri√∂sen Auftreten entfernt. Bei den uns vorliegenden F√§llen best√§tigte sich der Verdacht auf Pyrotechnik √ľbrigens in keinem Fall.

Wir fordern alle Fans auf, die Opfer dieser unmenschlichen und entw√ľrdigenden Durchsuchungsmethoden wurden, ein Protokoll ebendieser anzufertigen und zu archivieren, um diese Ma√ünahme sp√§ter eventuell rechtlich hinterfragen zu lassen! Des Weiteren bitten wir euch, mit uns in Kontakt zu treten, sodass wir weitere Abl√§ufe der Ma√ünahmen in Erfahrung bringen k√∂nnen. Bitte meldet euch dazu unter der folgenden Mailadresse: info@fanszene-ef.de.

Als wir von diesen Ma√ünahmen erfuhren, suchten wir noch vor Ort die Kommunikation zum Verein und wurden zun√§chst mit der Aussage konfrontiert, dass diese Gangart jetzt f√ľr die Stadionbesucher und besonders die aktive Fanszene angeordnet wurde. Erst durch ein Gespr√§ch mit dem Pr√§sidenten Rolf Rombach und Pr√§sidiumsmitglied Thomas Kalt konnte ein Kontakt mit dem verantwortlichen Einsatzf√ľhrer und dem Fanprojekt hergestellt werden.

Wir fordern hiermit den Verein auf, folgende Fragen intern zu klären und sich zu äußern:

– Wieso wurde der Einsatz eines Pyrohundes nicht bereits vorher offen kommuniziert?

РWer hat die gesamte Maßnahme angewiesen?

– Wer hat den Einsatz von Nacktkontrollen angewiesen?

– Wieso hat der Vorstand augenscheinlich keine Informationen √ľber diese Ma√ünahmen gehabt, wohingegen Herr Andre Ockenfels diese rechtfertigt?

– Wieso trat das Sicherheitspersonal den ganzen Tag √ľber gereizt und aggressiv auf?

РHält man auch in kommenden Spielen an diesen Maßnahmen fest?

Des Weiteren m√∂chten wir darauf hinweisen, dass wir seit L√§ngerem die Tendenzen beobachten, dass f√ľr das stetig wachsende Polizeiaufgebot Gr√ľnde und Situationen konstruiert werden, um ebendieses zu rechtfertigen. So versuchten Polizeibeamte am ersten Spieltag die Fankurve zu betreten, ohne dass irgendwelche Vorkommnisse dazu Anlass gegeben h√§tten. Auf den An- und Abfahrtswegen wurden gr√∂√üere Gruppen von Fans angegangen und provoziert wie zuletzt bei den Spielen gegen Halle und Magdeburg. Beim Heimspiel gegen Kiel f√ľhrte man die G√§stebusse direkt am Haupteingang des Stadions vorbei, um eine Eskalation zu generieren. Nicht zuletzt fielen vermehrt Beamte auf, die verbal und physisch zu verstehen gaben, dass sie gezielt auf eine Konfrontation mit den Fans aus sind. Anscheinend legt man es darauf an, kritisches Denken und Handeln aus dem Stadion und letztlich aus der Stadt zu verdr√§ngen.
Wir waschen unsere H√§nde nicht in Unschuld. Ultras sind Menschen und auch uns passieren Fehler. Ziel unseres Handelns war es aber immer, einen Raum f√ľr Diskussionen zu bieten. Kl√§rende Gespr√§che, Kritik, aber auch Forderungen sind f√ľr uns als Teil der Erfurter Fanszene elementar wichtig. Auch wissen wir, dass wir als gr√∂√üte und aktivste Fangruppe immer im Fokus aller stehen und Fehler immer auff√§lliger und gewichtiger sind, als das bei anderen der Fall ist.
Gleichwohl fordern wir alle Fans auf, gewisse Dinge kritisch zu hinterfragen und nicht alles zu konsumieren, was einem vorgesetzt wird. Meinungen im Internet und den Foren ersetzen niemals das persönliche Gespräch!

Deshalb m√∂chten wir alle interessierten Fans Anfang n√§chster Woche zu einer offenen Gespr√§chsrunde einladen. Den Termin werden wir nochmal √ľber die bekannten Kan√§le verbreiten.
Gleichzeitig werden wir auch das Gespr√§ch zum Verein suchen, um wieder eine Basis zum Handeln f√ľr alle Beteiligten zu schaffen. Im Sinne des Vereins, welcher nunmehr heute sein 50-j√§hriges Jubil√§um feiert.

Uns tat es am meisten weh, dass wir die Mannschaft nicht unterst√ľtzen konnten und gratulieren den Jungs sowie dem Trainer zum wichtigen Erfolg. Der Trainer und die Mannschaft wurden vor dem Spiel vom Boykott und den Gr√ľnden daf√ľr in Kenntnis gesetzt und zeigten sich √§hnlich schockiert. Ein weiteres Gespr√§ch wurde am Abend mit dem Kapit√§n Sebastian Tyralla gef√ľhrt. Die Mannschaft akzeptiert und respektiert unsere Entscheidung v√∂llig.

Wir m√∂chten uns auch bei allen Personen, besonders dem E2-Kollektiv, f√ľr die ausgesprochene Solidarit√§t und den R√ľckhalt bedanken!

Erfordia Ultras 1996

Spielplan 2015/2016

So., 21.02., 14 Uhr W√ľrzburger Kickers (H)
So., 28.02., 14 Uhr FC Erzgebirge Aue FC (A)
Mi., 02.03., 19 Uhr 1. FSV Mainz 05 II (A)
Sa., 05.03., 14 Uhr Hallescher FC (H)
11.-13.03.16 SV Werder Bremen II (A)
18.-20.03.16 Chemnitzer FC (H)
Sa., 26.03., 14 Uhr ZFC Meuselwitz (A)
01.-03.04.16 SC Fortuna Köln (A)
08.-10.04.16 VfL Osnabr√ľck (H)
15.-17.04.16 SV Stuttgarter Kickers (A)
22.-24.04.16 VfR Aalen (H)
29.-30.04.16 FC Hansa Rostock (A)

Sa., 07.05.16 13.30 Uhr FC Energie Cottbus (H)
Sa., 14.05.16 13.30 Uhr Holstein Kiel FC (A)