1:0-AuswÀrtssieg in Regensburg!

4.209 Zuschauer, ca. 400 Erfurter

Danke an 9x Halle.

Reaktion auf den abgesagten Fantalk

Der Vorstand des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. hat die Infoveranstaltung zur Bitte um Mandatserteilung betreffend ÜberprĂŒfung und Vorbereitung zur GrĂŒndung einer Spielbetriebsgesellschaft, welche am 29.11.2016 stattfinden sollte, kurzfristig abgesagt. Als BegrĂŒndung wurden die AktivitĂ€ten zum Heimspiel gegen den Chemnitzer FC benannt. Wir bewerten es als den falschen Schritt unseres Vorstandes, die Vorkommnisse vom vergangenen Samstag dazu auszunutzen, seinen Mitgliedern Rede und Antwort zum ĂŒberaus wichtigen Thema Ausgliederung zu verwehren. Speziell, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Mitglieder nicht der aktiven Szene zuzurechnen ist; und, dass der Vorstand ein Mandat seitens der Vereinsmitglieder erbittet, und nicht die Mitglieder vom Vorstand.

Wir hoffen sehr, dass Herr Rombach und Herr Kalt zur Einsicht gelangen, ihre verhĂ€ngte Kollektivstrafe alle Mitglieder betreffend aufzuheben und den begonnenen Dialog ĂŒber die Zukunft des Vereines mit Hilfe eines Fantalks zum Thema Ausgliederung fortsetzen.

In Folge findet ihr einen Text, der am Wochenende in unserem Infozine Block 3 erschienen ist.

 

„Aus dem RWE Express entnahmen wir die Bitte des PrĂ€sidiums, zur kommenden Mitgliederversammlung ein Mandat „fĂŒr eine Ausgliederung des Fußball- Lizenzbereiches rechtlich notwendige Unterlagen zu erstellen und Maß- nahmen vorzubereiten, die dafĂŒr erforderlich sind, dass der FC Rot-Weiß Erfurt e.V. seinen FußballLizenzspielerbereich auf eine Tochtergesellschaft ĂŒbertragen kann“ zu erteilen.

Vereinfacht formuliert bedeutet dies die vorbereitenden Schritte zur Änderung der Rechtsform unseres Vereines e.V. in eine Spielbetriebsgesellschaft. Grundvoraussetzung, um Vereinsanteile an Investoren zu verĂ€ußern. Die endgĂŒltige Kommerzialisierung des Fußballs ist nun auch in Erfurt angekommen.

Nicht zuletzt durch die Vielzahl negativer Beispiele aus der jĂŒngsten Vergangenheit ist eine Änderung der Rechtsform ausgesprochen kritisch zu betrachten. Dennoch, nicht wirklich erstaunt, eher befremdlich, las ich die EintrĂ€ge zur Thematik im offiziellem RWE-Forum. Die breite Masse stĂŒnde einer Ausgliederung zwar durchaus kritisch gegenĂŒber, ist dem jedoch nicht grundsĂ€tzlich abgeneigt. Einhelliger Tenor: „Lieber Investor als ewig in der 3. Liga“, „
die werden es schon richtig machen“, „
ohne Investor keine Zukunft“, „
alternativlos“ usw. war in allen Facetten zu entnehmen. So weit, so gut.

Als aktive Fanszene liegt es in unserem Naturell, die AktivitĂ€ten des Aufsichtsrates und des PrĂ€sidiums unseres Vereines kritisch zu hinterfragen. Was auf Gegenseitigkeit beruht, somit nehmen wir uns dieses anmaßende Recht heraus. Lasst uns die seitens des PrĂ€sidiums angebrachte Argumentation nĂ€her betrachten:

1. BegrĂŒndung zur vereinsrechtlichen Umgestaltung der Satzungsstruktur, um die “
 bestehenden und zunehmend diskutierten Rechtsunsicherheiten betreffend den zu sichernden GemeinnĂŒtzigkeitsstatus des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. rechtzeitig begegnen zu können 
“.

Dieses Argument bezieht sich auf die steuerlichen Vorteile, welcher ein Verein gegenĂŒber einer anderen Rechtsform in Anspruch nehmen darf. Nicht unwichtig in diesem Kontext ist die Richtigstellung des weit verbreiteten Irrtums, ein Verein dĂŒrfe keinerlei Gewinn erwirtschaften. Das darf er schon, er muss den Gewinn nur zum Zwecke des Vereines oder der Mitglieder zeitnah wieder einbringen. Ein durchaus wichtiger Passus, auf welchen sich Vereine wie Schalke 04, Mainz 05 oder der SV Darmstadt 98 (um hier nur einige zu nennen) ihren GemeinnĂŒtzigkeitsstatus als eingetragenen Verein legitimieren. Auf Grundlage dessen sollte es fĂŒr unseren Vorstand ebenfalls kein Problem darstellen, gegenĂŒber dem Finanzamt diesen Status zu rechtfertigen. Nicht zu vergessen sowohl der DFB als auch die DFL, welche ebenfalls die Rechtsform e.V. fĂŒr sich in Anspruch nehmen. Über eine Diskussion, ob denn nun die GemeinnĂŒtzigkeit des DFB nach dem BGB (BĂŒrgerliches Gesetzbuch) in Frage gestellt wird, somit eine Rechtsformverfehlung vorliegt, finden sich keine aktuellen Informationen. Daher darf das seitens unserer VereinsfĂŒhrung angebrachte Argument zum derzeitigen Zeitpunkt aus Vereinssicht als zumindest zweitrangig betrachtet werden. FĂŒr das PrĂ€sidium ist dagegen eine Änderung der Rechtsform von weitaus grĂ¶ĂŸerer Bedeutung, steht doch der Vorstand eines e.V. rechtlich gesehen mit seinem gesamten Privatvermögen in persönlicher Haftung.

2. Die Formulierung „
 mögliche VerĂ€ußerung von Anteilen an der Tochtergesellschaft nur in dem nach Paragraph 16c Nr. 2 Satzung DFB (sogenannte ‚50+1-Regel’) 
“ nehmen wir zur Kenntnis. Jedoch: eines der zentralen Gegenargumente zu einer Spielbetriebsgesellschaft ist die Unsicherheit ĂŒber den Fortbestand der 50+1-Regel. Zum Schutz vor der kompletten Entmachtung der Mitglieder haben die VorstĂ€nde diverser Vereine bereits von sich aus in ihre Vereinsatzung die Zusatzregel aufgenommen, dass die 50+1-Regel auch nach dem möglichen Wegfall seitens des DFB-Paragraphen bestehen bleibt. Herr Rombach, wenn Ihnen die Aufrechterhaltung der 50+1-Regel so sehr am Herzen liegt wie uns, dann folgen Sie doch diesem Beispiel und beantragen in der kommenden Mitgliederversammlung eine entsprechende SatzungsĂ€nderung. Die notwendige Stimmenmehrheit werden Sie auf jeden Fall bekommen, versprochen.

3. „Die Beseitigung des negativen Eigenkapitals fĂŒr den FC Rot-Weiß Erfurt ist hierbei von existenzieller Bedeutung und macht die PrĂŒfung der Bedingungen fĂŒr die Einbindung externer Investoren nach Ausgliederung des FußballLizenzbereiches zusĂ€tzlich notwendig“.

Ein Blick in die Bilanz verrĂ€t: allein innerhalb des letzten GeschĂ€ftsjahres hat sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag um 1,3 Mio. Euro auf 5,5 Mio. Euro vergrĂ¶ĂŸert. Auf konkrete Fragen zu den HintergrĂŒnden der Misswirtschaft der letzten Jahre – die Bilanzen der letzten vier GeschĂ€ftsjahre wiesen bereits ein stetig wachsendes negatives Eigenkapital auf – gibt es bis heute keine nachhaltigen Antworten. Projekte wie „Mission 2016“, die Hoffnung auf einen höheren Zuschauerzulauf und zusĂ€tzlich signifikante Einnahmen aus Vermarktung durch das neue Stadion haben leider nicht die erhoffte Kehrtwende generiert. 5,5 Mio. Euro – fĂŒr einen Drittligaverein durchaus eine relevante Summe ausstehender Verbindlichkeiten. Das Szenario einer drohenden Insolvenz, zumindest eine signifikante Problemstellung bei der Lizenzvergabe fĂŒr das kommende Spieljahr, kĂ€me somit nicht wirklich ĂŒberraschend. Speziell, wenn man bedenkt, dass laut Bilanz allein im kommenden GeschĂ€ftsjahr Verbindlichkeiten in Höhe von 1 Mio. Euro, im darauffolgenden Jahr sogar 2,3 Mio. Euro zu Buche stehen.

Wird nun aus Ermangelung an tragfĂ€higen Konzepten der Weg durch den Notausgang eingeschlagen? Die Fehler der Vergangenheit, welche zu der finanziell prekĂ€ren Situation gefĂŒhrt haben, durch den Verkauf von Anteilen am Verein kompensiert? Herr Kalt, Herr Bergmann, Herr Kolbe sowie Herr Herber, allesamt Mitglieder im PrĂ€sidium/ Aufsichtsrat des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. und hauptberuflich als GeschĂ€ftsfĂŒhrer in Unternehmen tĂ€tig, werden bestĂ€tigen: eine Kapitalerhöhung durch den Verkauf von GeschĂ€ftsanteilen ist ein Schritt, den es im unternehmerischen Ansatz grundsĂ€tzlich zu vermeiden gilt. Und Herrn Rombachs Aussage „In meiner Amtszeit kein Investor
“ ist bei uns ebenfalls nicht vergessen.

Und jetzt plötzlich die Kehrtwende? Zaubert unsere VereinsfĂŒhrung zum Schulterschluss mit den Fans den regionalen, traditionsbewussten Investor mit rot-weißer DNA aus dem Hut? Sehr schön, liebes PrĂ€sidium, dann belassen wir es beim e.V., streichen Sie das Wort Investor aus Ihrem Vokabular und ernennen diesen zum neuen Hauptsponsor. Geben Sie dem Unternehmen zur Wahrung seiner Interessen ein oder zwei Aufsichtsratsposten, gerne auch den Vorsitz.

Ist dies der richtige Zeitpunkt fĂŒr eine Ausgliederung? Definitiv der richtige Zeitpunkt, jedenfalls aus der Sicht des Investors: 5,5 Mio. Euro Verbindlichkeiten, sportliche Tristesse, das erhofft grĂ¶ĂŸere Zuschauerinteresse durch das neue Stadion ausbleibend, mögliche Probleme bei der Lizenzvergabe. Der Wert des Vereines ist grundlegend der aktuellen Situation sehr ĂŒberschaubar, anders gesagt, sehr gĂŒnstig. Schlecht fĂŒr den Verein, der sich durch die finanziellen Belastungen weit unter Wert verkauft. Ein durchaus ungĂŒnstiger Zeitpunkt, sein Tafelsilber zu verhökern.

Gibt es Alternativkonzepte? Ja, die gibt es. Andere Vereine haben es bereits vorgemacht, durch innovative Ideen neue finanzielle KanĂ€le zu erschließen, ohne den Einstieg eines Investors zu benötigen. SV Darmstadt 1898 e.V., 1. FC Union Berlin e.V., BTSV Eintracht von 1895 e.V. – sie alle sollten uns als positives Beispiel dienen. Offen und nachhaltig, bodenstĂ€ndig und nah an den Mitgliedern agierend, haben diese Vereine durch langfristige Konzepte den Erfolg eingefahren. Erfolg, welcher zuallererst auf dem Prinzip „Gemeinsam“ und sportlicher Leistung fundierte, nicht auf mit Fremdkapital gestopften Haushaltslöchern. Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Die alleinige Frage lautet daher nicht ‚Ausgliederung ja oder nein?‘, sondern vielmehr, wie die VereinsfĂŒhrung eine weitere/ erneute Verschuldung verhindern will?

Es ist uns, als aktive Fanszene, ebenso wie dem Vorstand daran gelegen, tragfĂ€hige Konzepte fĂŒr den Erhalt und die weitere Entwicklung des Clubs sowohl zu fördern, als auch, diese zu unterstĂŒtzen. Die angesprochene Sanierung des negativen Eigenkapitals ist ohne Zweifel von existentieller Bedeutung fĂŒr den Verein und lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. AnsĂ€tze gibt es viele, seinen Teil zur Gesundung des Vereines beizutragen. Allein ist dies jedoch nicht zu bewerkstelligen. Gerne sind wir bereit, uns an der Ideenfindung und Umsetzung solcher Konzepte zu beteiligen. Sicher, dies wĂ€re ein langwieriger und sehr steiniger Weg, ohne jegliche Garantie auf Erfolg. Das Projekt Rot-Weiße Republik zeigt jedoch auf, dass man durchaus gemeinsam Themen bewegen kann. Doch hierfĂŒr bedarf es den ehrlichen und sachlichen Dialog, welchem wir jederzeit offen gegenĂŒberstehen.

Einem dringend erforderlichen Dialog, um derzeitige Geschehnisse wie in anderen Vereinen zu vermeiden. Dass sind wir nicht zuletzt der Tradition des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. schuldig.

Hamburger SV – Ausgliederung zur Aktiengesellschaft in 2014, Investor Klaus Michael KĂŒhne (11% Anteil). AnfĂ€nglich gefeiert als Edelfan, Retter und Gönner, mischte er sich immer öfter in wichtige personelle Entscheidungen ein (bspw. Besetzung der Stelle als Sportdirektor, Transfers) und blockiert damit den eigentlichen Aufsichtsrat in dessen Handlungsbefugnis. Konsequenz: Stillstand. Sicher nicht der alleinige Grund fĂŒr die sportliche Tristesse beim HSV, als förderlich auf die Entwicklung des Vereines ist das Gebaren Herrn KĂŒhnes aber definitiv nicht zu bewerten.

1860 MĂŒnchen – Investor Hasan Ismanik (60% Anteilsbesitz), rettete den Verein 2011 vor der Insolvenz. Ismanik strukturierte den kompletten Vorstand sowie Aufsichtsrat mehrfach um, entschied in Personalfragen sowie arrangierte Spielertransfers. Der vielfach in Aussicht gestellte Aufstieg in die erste Bundesliga blieb dennoch aus. In den letzten Jahren drohte Ismanik wiederholt mit dem Ausstieg und dem Weiterverkauf seiner Anteile, war zudem bei den Spielen kaum noch anwesend. Aktuell hat er wohl das Interesse an seinem Spielzeug zurĂŒckgewonnen. Diese Woche beehrte er den Verein mit seiner Anwesenheit und entließ persönlich den Trainer, den Co-Trainer und degradierte den GeschĂ€ftsfĂŒhrer zum neuen Sportdirektor. Im FrĂŒhjahr ließ er noch verlauten, zeitnah 200 Mio. Euro in den Club zu investieren. Dazu sei ein eigenes Stadion mit 52.000 SitzplĂ€tzen geplant. Um das Stadion herum sollten Tiergehege anlegt werden, um die verschiedenartigen Spezies der Löwen aus der gesamten Welt zu beherbergen. Football Disney Land


Alemannia Aachen – 2004 Wiederaufstieg in die Bundesliga und Teilnahme am DFB-Pokalendspiel, 2005 fĂŒr den UEFA-Pokal qualifiziert. Finanziell rosige Zeiten, die Ausgliederung in eine Spielbetriebsgesellschaft erfolgte 2006 mit 84% der Mitgliederstimmen. Wichtige Voraussetzung zum Bau des neuen Stadions. Was gehörig schief lief: durch ungeplante Mehrkosten am Tivoli erfolgte 2012 die Insolvenz. Seitdem spielt der Verein in der Regionalliga West. Aktuell befindet sich der Verein mal wieder in finanziellen Schwierigkeiten und sucht nach neuen Investoren. Laut der Fan-IG (Interessengemeinschaft der Fans in Aachen, um deren Belange in der Spielbetriebsgesellschaft zu vertreten) wurden 24,9 Prozent als absolute Schmerzgrenze fĂŒr den Fall definiert, dass Alemannia Anteile an einen Investor verkauft. Nachdem der Verein inzwischen erklĂ€rt hat, dass die mögliche Interessentengruppe um Spielerberater Lars-Wilhelm Baumgarten und RechtehĂ€ndler Michael Kölmel (mit Abstand der Lieblingsinvestor aller Vereine
) entweder grĂ¶ĂŸer oder aber gar nicht einsteigen wolle, knickte die Fan-IG ein. Die Investorengruppe will demnach zunĂ€chst 49,9% der Anteile der Alemannia Aachen GmbH kaufen. Die ursprĂŒnglich 5 Mio. Euro, gestreckt auf fĂŒnf Jahre, wurden wĂ€hrend der GesprĂ€che seitens der Investoren auf 4 Mio. gesenkt. Voraussetzung fĂŒr die Auszahlung: man wolle bereits schon jetzt zugesichert haben, den Anteil auf 80% zu erhöhen, sobald die 50+1-Regelung aufgehoben wird.

FC Carl Zeiss Jena – seit 2007 Spielbetriebsgesellschaft. 81,2% der 638 wahlberechtigten Mitglieder votierten auf der Mitgliederversammlung 2013 fĂŒr den Verkauf von Club-Anteilen an den Belgier DuchĂątelet. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde damit deutlich ĂŒbertroffen. Trotz, dass das Ergebnis eindeutig erschien, fĂŒrchteten einige Fans im Vorfeld den Ausverkauf des Vereins, der sich zur Geisel eines Investors mache. Hitzige Debatten wurden gefĂŒhrt, mit dem letztendlichen Ergebnis, dass sich das Gros der Mitglieder fĂŒr den Anteilsverkauf aussprach. Vorrangiges Argument war, durch die Finanzspritze das langfristige Ziel 2. Bundesliga in Angriff zu nehmen. FĂŒr 2 Mio. Euro erhielt DuchĂątelet 49,98% der Stimmrechte und 95% der Anteile an der FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH. Es folgten öffentlich gefĂŒhrte Streitigkeiten zwischen PrĂ€sidium und Investor, bei denen es sich nicht mehr um das eigentliche Thema – Fußball und Verein – sondern vorwiegend um Personalunion und Macht drehte. Vor der Mitgliederversammlung im Oktober 2016 drohte DuchĂątelet damit, sein Engagement bei den OstthĂŒringern zu beenden. Er sei unzufrieden, weil er zwar fast alle Anteile und fast die HĂ€lfte der Stimmrechte an der Spielbetriebs-GmbH halte, aber so gut wie keinen Einfluss hĂ€tte. DuchĂątelet forderte im Fall seines RĂŒcktrittes die RĂŒckzahlung seiner GmbH-Anteile und gezahlter Darlehen, welches sich auf 2,65 Mio. Euro summiere. Was fĂŒr den FCC die Insolvenz oder den Einstieg eines neuen Investors zu noch ungĂŒnstigeren Konditionen zur Folge hĂ€tte. Nach Neubesetzung des Aufsichtsrates im Oktober (eines der Hauptanliegen von DuchĂątelet), will er auch weiterhin als Investor agieren. Neben Zeiss ist DuchĂątelet noch bei folgenden Vereinen als Hauptinvestor aktiv: Sint-Truidense V.V. (Belgien), AD AlcorcĂłn (Spanien), Újpest F.C. (Ungarn) und Charlton Athletic F.C. (England).

Waldhof Mannheim – Investor Bernd Beetz. 92,3% der 261 anwesenden Mitglieder hatten am 15.09.2016 fĂŒr die Ausgliederung gestimmt. Auf dem Papier ein eindeutiges Ergebnis. Sicherlich dem starken Votum dienlich, seitens des PrĂ€sidiums wurden im Vorfeld wichtige SponsorenvertrĂ€ge neu verhandelt. Eine Zusatzklausel wurde eingefĂŒgt, dass die VertrĂ€ge nur bei einer erfolgten Ausgliederung rechtskrĂ€ftig seien. Somit standen die Mitglieder vor der Wahl, Spielbetriebsgesellschaft oder finanzielle Einbußen. Beetz, der im April 2016 vom PrĂ€sidium im Alleingang in die Runde geworfen wurde, erhĂ€lt fĂŒr ein zinsloses Darlehen von 1 Mio. Euro drei Aufsichtsratssitze. Sechs von sieben Aufsichtsratsmitgliedern hatten noch vor dem Mitgliedervotum ihre Ämter niedergelegt. Ein Alternativkonzept zur Ausgliederung namens „Mannheimer Weg“ seitens der in den Jahren zuvor gegrĂŒndeten Initiatorenrunde „Mannheimer Freunde“, welche alleine im Spieljahr 2015/2016 1,3 Mio. Euro Sponsorengelder fĂŒr den Verein akquirierte, wurde nicht umgesetzt.

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Verschiedene Ausgangssituationen, eine Gemeinsamkeit. Zu hohe Erwartungen wurden durch den Allheilsbringer Spielbetriebsgesellschaft sowie dem dazugehörigen Investor legitimiert. Ist das Übel erst einmal an Bord, beginnt das Bestreben des Investors nach einer monopolistischen Entscheidungsbefugnis. ZuzĂŒglich der AbhĂ€ngigkeit von den Launen und Interessen des Geldgebers. Erfolgsgeschichten sehen anders aus.

Der VollstĂ€ndigkeit halber die Anmerkung, es gibt sicherlich auch positive Beispiele von Spielbetriebsgesellschaften, jenseits der reinen Werksmannschaften. Zu groß ist jedoch die Anzahl der Vereine, bei denen die Erwartungshaltungen der Mitglieder, generiert durch Versprechungen der Investoren und VorstĂ€nde, klar verfehlt wurden. Aufgrund dessen erachten wir die Rechtsform e.V. als ein wichtiges Gut, welches es zu schĂŒtzen gilt.

Der Verein gehört den Mitgliedern. Die Mitglieder im Verein tragen die Entscheidungsgewalt, ĂŒbertragen auf das gewĂ€hlte PrĂ€sidium und den Aufsichtsrat. Das ist unumstritten. Doch wie schaut es in der RealitĂ€t aus? Die meisten Mitglieder werden schon noch wissen, dass sie Mitglied sind. SpĂ€testens wenn einmal im Jahr die Beitragsrechnung ins Haus flattert. Und wahrscheinlich sind ihnen auch ihre Rechte bekannt, so zum Beispiel auf der jĂ€hrlichen Mitgliederversammlung mit ihrer Stimmvergabe den Verein nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. Noch besser, durch Einbringung von eigenen SatzungsĂ€nderungen ihre ganz eigenen Interessen zur Abstimmung zu bringen. Ist aber auch jedem seine persönliche Verantwortung gegenĂŒber dem Verein bewusst? Mit dem Einstieg eines Investors haben wir nur diesen einen Schuss! Hier gibt es keine Replay-Taste, keinen zweiten Versuch, kein „das machen wir das nĂ€chste Mal besser“. Mit der Ausgliederung in eine Spielbetriebsgesellschaft wechselt das Stimmrecht der Mitglieder zu 100% auf die Anteilseigner und seine Gremien. Spieler, Trainer, VorstĂ€nde, Investoren – sie kommen und gehen. Es sind wir, die Fans, welche sich ein Leben lang mit den Konsequenzen aus halbherzigen und voreiligen BeschlĂŒssen konfrontiert sehen.

Das sollte und muss jedem Mitglied auf der kommenden Mitgliederversammlung bewusst sein, wenn er seine Stimme fĂŒr oder gegen das Votum ausspricht. Zu beachten ist dabei, dass noch nicht ĂŒber die Ausgliederung als solche abgestimmt wird, sondern darĂŒber, ob die VereinsfĂŒhrung die notwendigen Schritte dafĂŒr prĂŒfen darf.

Fazit: Keine Entscheidungsempfehlung, zu undurchsichtig ist die derzeitige Situation, zu diffus die Konsequenzen eines Votums. Auf der kommenden Mitgliederversammlung liegt es dann an Euch. Eure Entscheidung, inklusive den daraus resultierenden Konsequenzen, welche Ihr auch in den folgenden Jahren gewillt sein solltet, zu tragen.“

 

Fragenkatalog an den Aufsichtsrat und das PrĂ€sidium des FC Rot-Weiß Erfurt e.V.:

Zum Thema Ausgliederung:

Es gibt mit Alemannia Aachen, dem Hamburger SV, 1860 MĂŒnchen sowie dem FC Carl Zeiss Jena, um hier nur einige zu nennen, eine Vielzahl von Beispielen, welche klar gegen eine Ausgliederung sprechen. Herr Rombach, Sie wurden jĂŒngst in einer Tageszeitung mit den Worten zitiert „Wir machen es besser“. Was genau wollen Sie „besser“ machen?

Beim FC Magdeburg wird derzeit ebenfalls eine Ausgliederung der Profimannschaft vorbereitet. Kernaussage vom PrĂ€sidiumsmitglied Dirk Weber und Aufsichtsratsmitglied Rolf Oesterhoff lautet: „Die Mitglieder haben beim FCM auch kĂŒnftig das letzte Wort.“. Oesterhoff: „Wir wahren den Einfluss und das Mitspracherecht der Mitglieder. Sie sind und sie bleiben das höchste Organ im Verein. Wir stellen sicher, dass ĂŒber ihre Köpfe hinweg auch kĂŒnftig keine Entscheidungen getroffen werden können. Sowohl im eingetragenen Verein als auch in der Stadion- und Sportmarketing GmbH“ (Quelle Volksstimme, 02.11.2016). Im Detail sieht das Konzept vor, die finanziellen sowie kommerziellen Themen ĂŒber die GmbH abzuwickeln, vereinsrechtliche Belange jedoch innerhalb der Rechtsform e.V. zu koordinieren. Beide AufsichtsrĂ€te unterliegen der PersonenidentitĂ€t. Zusammengefasst werden beide Rechtsformen miteinander verknĂŒpft. WĂ€re dies ein Modell, welches in Erfurt ebenfalls zur Diskussion steht?

Bei den Ausgliederungen der Profimannschaften aus der Rechtsform e.V. haben sich 2 Unternehmensformen durchgesetzt, Spielbetriebs GmbH und GmbH & Co. KgaA (AG aussen vorgelassen). Welche Rechtsform wird beim FC Rot-Weiß Erfurt angestrebt?

Derzeitige Sicht eines Investors auf den Verein: 5,5mio€ Verbindlichkeiten, sportliche Tristesse, das erhofft grĂ¶ĂŸere Zuschauerinteresse durch das neue Stadion blieb aus. Ein Fest fĂŒr jeden Investor, da der Wert des Vereines derzeit wohl sehr ĂŒberschaubar, anders gesagt, sehr gĂŒnstig ist. Schlecht fĂŒr den Verein, der sich unter den finanziellen Belastungen unter Wert verkauft. Wie bewerten Sie diese EinschĂ€tzung?

In einer GmbH unterliegt ausnahmslos dem Gesellschafter(n) die Entscheidungsgewalt. Dazu bedarf es einen Vorstand als Kontrollfunktion zur Wahrung der verschiedenartigen Aufgaben. Welche Rechte und Pflichten fĂŒr das jetzige PrĂ€sidium/Aufsichtsrat als auch den Mitgliedern entfallen nach der möglichen SatzungsĂ€nderung im Vergleich zur Gesellschaftsform e.V.?

Zur GrĂŒndung einer Spielbetriebs GmbH benötigt man laut DFB Satzung ein Eigenkapitalanteil von 2,5mio€. Ist das primĂ€re Ziel der Ausgliederung eine Umwandlung des negativen Eigenkapitals gegen Anteile fĂŒr die jetzigen GlĂ€ubiger zzgl. der Aufstockung auf die benötigten 2,5mio€ und/oder die Akquise von neuen Investoren?

Ziel eines jeden Unternehmers, speziell in einer GmbH, ist die minimierte Anzahl von Anteilseignern/ Gesellschaftern. Ist es von Ihrer Seite aus vorgesehen, in der Satzung ein maximaler Anteilbesitz zu definieren, um monopolistische AnteilsverhÀltnisse zu vermeiden?

Wenn ja, welche Mittel werden dem Vorstand/ Gesellschaftern eingerÀumt, unkontrollierte An/-ZukÀufe durch Drittparteien (StrohmÀnner) zu vermeiden?

Das Mitspracherecht der Mitglieder wird sich nach einer möglichen Ausgliederung in eine Spielbetriebs GmbH signifikant reduzieren. Ist es vorgesehen, in einer neuen Satzung festzuhalten, dass jeder Investor durch ein Mandat der Mitglieder vorab bestÀtigt werden muss? Wenn ja, ist die Wahrung dieses uns sehr wichtigen Anliegens auch nach einer erfolgten Ausgliederung geplant?

Eines der zentralen Gegenargumente zu einer Spielbetriebs GmbH ist die Unsicherheit ĂŒber den Fortbestand der 50+1 Regel. Zum Schutz vor der kompletten Entmachtung der Mitglieder haben diverse Vereine von sich aus in Ihre Satzung die Zusatzregel aufgenommen, dass die 50+1 Regel auch nach dem möglichen Wegfall seitens dem DFB Paragraphen in der Vereinssatzung bestehen bleibt. Wie bewerten Sie dieses Vorgehen?

Wie werden nach einer möglichen Ausgliederung die Kosten fĂŒr den Jugendbereich gedeckt?

Zu einer SatzungsĂ€nderung bedarf es gemĂ€ĂŸ der aktuellen Satzung einer 2/3 Mehrheit. Wie gestaltet sich Plan B, sollten mehr als 1/3 der Mitglieder den Antrag ablehnen?

 

Finanzen laufendes GeschÀftsjahr:

Im kommenden GeschĂ€ftsjahr mĂŒssen Verbindlichkeiten in Höhe von 1mio€ bedient werden. Wie gestaltet sich fĂŒr den Verein die Situation im kommenden GeschĂ€ftsjahr, sollte kein Einstieg eines Investors erfolgen?

Innerhalb des letzten GeschĂ€ftsjahres hat sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag um 1,3mio€ auf 5,5mio€ vergrĂ¶ĂŸert. Ist durch diesen Umstand die Lizenzvergabe fĂŒr das kommende Spieljahr gefĂ€hrdet? Gibt es hierzu einen expliziten Paragraphen in der DFB Satzung? Welche Strafmaßnahmen im Detail sieht dieser vor?

Gab/gibt es GesprĂ€che ĂŒber StundungsplĂ€ne durch GlĂ€ubiger bzw. Übernahme durch externe TrĂ€ger (siehe Hansa Rostock durch den Freistaat Mecklenburg-Vorpommern)?

 

Sponsoring:

In den letzten beiden GeschĂ€ftsjahren konnten Einnahmen aus Werbung und Sponsoring von 2,6mio€ p.a. erwirtschaftet werden. Bitte geben Sie einen kurzen Status zur aktuellen Situation 2016/2017 bzgl. Vertrieb/ Sponsorenakquise? Laufen Bestrebungen, auch ehemalige Sponsoren, welche aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden Ihr Engagement fĂŒr den Verein beendet hatten, zurĂŒck zu gewinnen?

Welche messbare Erfolge konnte die Vermarktungsagentur bis dato verbuchen? Generiert die Vermarktungsagentur nach Abzug Ihrer VergĂŒtung eine positive Bilanz?

 

Zukunftsprojekte:

Gehen wir vom Szenario aus, dass die Mitglieder fĂŒr eine Ausgliederung stimmen, ein Investor beim Verein einsteigt bzw. sich der Verein mit den derzeitigen GlĂ€ubigern ĂŒber eine Umschuldung erfolgreich einigt. Welche Maßnahmen plant die VereinsfĂŒhrung/ Gesellschafter, a) eine Neuverschuldung zu vermeiden b) die Einnahmen/ ErtrĂ€ge nachhaltig zu steigern?

Es gab eine Studie, die belegt haben soll, dass etwa 2/3 der Zuschauer im SWS nicht aus Erfurt kommen. Gibt es Überlegungen/AktivitĂ€ten zu Konzepten, mehr Zuschauer ins SWS holen (zzgl. dem Projekt Rot-Weiße Republik)? Welche Maßnahmen planen Sie, die Erfurter selbst zu grĂ¶ĂŸeren Teilen ins Stadion zu holen?

1:2-Niederlage gegen Chemnitz

8.216 Zuschauer, ca. 1.500 GĂ€stefans

Grazie Ultras Massese. Danke an Halle.

20 Jahre Ultras in Erfurt!

Spielplan – Saison 2016/2017

Hinrunde
Sa., 10.12., 14 Uhr FC Hansa Rostock (H)
Fr., 16.12., 19 Uhr SG Großaspach (A)

RĂŒckrunde
Sa., 28.01., 14 Uhr Hallescher FC (A)
Sa., 04.02., 14 Uhr FSV Frankfurt (H)
Fr., 10.02., 19 Uhr VfR Aalen (A)
17.-19.02., SF Lotte (H)
24.-26.02., Fortuna Köln (A)
03.-05.03., FSV Zwickau (H)
10.-12.03., SC Paderborn (A)
14./15.03., VfL OsnabrĂŒck (H)
17.-19.03., MSV Duisburg (A)
25./26.03., FSV Mainz 05 II (H)
31.03.-02.04., 1.FC Magdeburg (A)
04./05.04., SV Werder Bremen II (H)
07.-09.04., SV Wiesbaden (A)
15./16.04., Holstein Kiel (H)
21.-23.04., Preußen MĂŒnster (H)
28.-30.04., Chemnitzer FC (A)
05.-07.05., SSV Jahn Regensburg (H)
Sa., 13.05., 13.30 Uhr FC Hansa Rostock (A)
Sa., 20.05., 13.30 Uhr SG Großaspach (H)