0:0-Unentschienden gegen Neugersdorf

1.898 Zuschauer, keine Gästefans

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Update Auftragsarbeiten

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3:0-Heimsieg gegen FC An der Fahner Höhe

2.260 Zuschauer, ca. 100 Gästefans

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3:2-Auswärtssieg in Plauen

999 Zuschauer, 450 Erfurter

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Spielplan 2020 / 2021

Weitere Änderungen möglich!

So., 01.11., 13.30 Uhr VfL Halle (H)
Sa., 07.11., 13.30 Uhr FSV Martinroda (A)
Sa., 21.11., 13.30 Uhr Ludwigsfelder FC (H)
Sa., 28.11., 12 Uhr FC Eilenburg (A)
Fr., 04.12., 19.30 Uhr Wacker Nordhausen (H)
Sa., 19.12., 13.00 Uhr VfB 1921 Krieschow (H)
So., 31.01., 13.00 Uhr 1.FC Merseburg (A)
So., 07.02., 13.00 Uhr FC Einheit Rudolstadt (H)
So., 14.02., 13.00 Uhr FC Grimma (A)
So., 21.02., 13.00 Uhr SV BW Zorbau (H)
So., 28.02., 14.00 Uhr FC International Leipzig (A)
So., 07.03., 14.00 Uhr Union Sandersdorf (H)
So., 14.03., 14.00 Uhr FC A. d. Fahner Höhe (A)
So., 21.03., 14.00 Uhr VFC Plauen (H)
So., 04.04., 14.00 Uhr FC Oberlausitz Neugersdorf (A)
So., 18.04., 14.00 Uhr VfL Halle 96 (A)
So., 25.04., 14.00 Uhr FSV Martinroda (H)
So., 02.05., 14.00 Uhr Ludwigsfelder FC (A)
So., 09.05., 14.00 Uhr FC Eilenburg (H)
So., 16.05., 14.00 Uhr FSV Wacker Nordhausen (A)
So., 30.05., 14.00 Uhr FCC II (H)
So., 06.06., 14.00 Uhr VfB 1921 Krieschow
So., 13.06., 14.00 Uhr 1.FC Merseburg (H)

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Fakten schaffen für den Oberligastart

Grüßt Euch, Rot-Weiß Fans!

Fast ein halbes Jahr ist es her, als wir zuletzt auf den Stufen unseres Stadions standen, unseren Verein zwischen Rauch und Choreomaterial besangen und unsere Emotionen gen Himmel jagten, obwohl bis auf die treuen Fanseelen niemand im Stadion war. Kein Präsident, kein Aufsichtsrat, niemand. Wir waren da, um uns in eine ungewisse Zukunft zu verabschieden und schenkten uns gegenseitig Kraft.

Kurz darauf brach der Corona-Virus auch in Deutschland flächendeckend aus und machte es uns unmöglich, der Fangemeinde ein Alternativprogramm zu den ausgefallenen Spielen zu bieten. Währenddessen arbeiteten wir beharrlich im Hintergrund an möglichen Szenarien und Strategien, die den Verein wieder auf die Beine richten sollten. Wir vermittelten, führten Gespräche und waren in der Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar. In den kommenden Tagen und Stunden entscheidet sich jedoch die Zukunft unseres Vereins, weswegen wir uns gezwungen sehen, einen letzten Aufruf an unseren Verein, sein Umfeld und den Insolvenzverwalter zu senden.

In den letzten Monaten wurde das Ansehen unseres Vereins mit den Füßen getreten, die Tradition unseres Clubs beschmutzt, Streitigkeiten vorrangig über Social Media oder den Boulevard statt hinter verschlossenen Türen ausgetragen. Wir wurden belogen, hinter das Licht geführt und übergangen. Doch in diesem Moment zählt das Alles nicht. In diesem Moment geht es schlicht und ergreifend um die Existenz oder den Exitus des FC Rot-Weiß Erfurt e.V..

All diese Probleme, Auseinandersetzungen und Fehler in der Vergangenheit können in einer ordentlichen Mitgliederversammlung ausgewertet werden. Die Zeit für Gespräche, gegenseitige Schuldzuweisungen und Streitigkeiten wird früh genug wieder kommen. 

Wir appellieren mit höchster Dringlichkeit an das Präsidium, den Ehrenrat und den Aufsichtsrat des FC Rot-Weiß Erfurt, den Insolvenzverwalter Volker Reinhardt und mögliche Investoren, Gönner und Freunde des Vereins sämtliche Grabenkämpfe beiseite zu legen und sich auf das Wichtigste zu fokussieren – den Erhalt und die Fortführung des FC Rot-Weiß Erfurt e.V.! 

Zeigt, dass in diesem Verein noch genug Leben und Ehrgeiz steckt, um auch dieses Dilemma zu überwinden. Zeigt, dass Euch dieser Verein am Herzen liegt und zeigt, dass er eine Zukunft haben kann.

Diese Stadt braucht ihren Verein!

Erfordia Ultras 1996

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Rückblick karitative Aktion

Nachdem die Corona-Pandemie unser aller Leben in den letzten 3 Monaten zum Teil grundlegend verändert hat, möchten wir uns letztmalig zu Wort melden und euch über die Beendigung der Spendenaktion für den Erfurter Tafel e.V. und Kontakt in Krisen e.V. berichten.

Im Rahmen der Spendenaktion wurden mehrmalig Lebensmittel an die genannten Vereine verteilt, ihnen organisatorisch unter die Arme gegriffen sowie im gesamten Gebiet der Rot-Weißen Republik zur Blutspende aufgerufen. Aber nicht nur in Erfurt beteiligten sich Ultragruppen und Fanbündnisse an lokalen Hilfsaktionen, stellten Spendensammlungen auf die Beine oder unterstützen Tafeln, Stadtmissionen und wohltätige Vereine bei der Bewältigung des Organisatorischen. Dies geschah auch an verschiedenen Standorten von der ersten bis hinab in die unteren Ligen. Während Boulevard und Verbände sich gegenseitig die Bälle bezüglich einer Fortsetzung der Ligen aus monetären Gründen zuspielten, wurde seitens der Fankurven praxisorientiert dort mit angepackt, wo es am Wichtigsten war. Oftmals fernab der Öffentlichkeit wurde durch diese Aktionen wieder einmal gezeigt, dass sich die aktiven Fußballfans in den Fankurven nicht nur als einen wichtigen Teil des sozialen Gefüges innerhalb ihrer Stadt sehen, sondern auch bereit sind, dieses Gefüge zu unterstützen und am Laufen zu halten. Ebenso wurde deutlich, dass sich die Fankurven ihrer gesellschaftlichen Rolle, trotz aller Verteufelungen seitens der Verbände, bewusst sind und für diese einstehen.

Seitens der Steigerwaldkurve Erfurt konnten über 5.000€ für den Erfurter Tafel e.V. und den Kontakt in Krisen e.V. gesammelt werden. Gedacht war das Geld anfangs nur für Lebensmittelspenden, welche auch mehrmals überreicht wurden. Im Rahmen der Sammlung machten wir jedoch die Erfahrung, dass neben der Ausgabe von Lebensmitteln die genannten Vereine auch vor finanziellen Herausforderungen, wie beispielsweise die Bewältigung der Miete für ihre Räumlichkeiten, Reparaturkosten für die Fahrzeuge und der Entlohnung von Hilfskräften, stehen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, neben den bereits gelieferten Lebensmitteln, die gesammelte Restsumme in Höhe von 3000 € auf fünf soziale Einrichtungen und Vereine in Erfurt zu verteilen. Jedem dieser Projekte kamen 500 € aus der Sammlung zugute. Des Weiteren entschlossen wir uns auch den Mühlhäuser Tafel e.V. zu unterstützen, nachdem es im Mai diesen Jahres zu einem Brand kam, der die gesamte Einrichtung zerstörte. Im Namen der Steigerwaldkurve besuchten wir in der letzten Woche den Erfurter Tafel e.V., Kontakt in Krisen e.V., die Evangelische Stadtmission (Restaurant des Herzens und Kaufhaus des Herzens), fairly fair e.V. sowie den Mühlhäuser Tafel e.V. und überreichten die symbolischen Schecks.

Wir möchten die letzten Zeilen nutzen, um uns bei allen Spendern und  ehrenamtlichen Helfern der Rot-Weißen Republik zu bedanken. Gleichzeitig richten wir unseren Dank auch an die oben genannten Vereine, welche mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass soziale Spannungen und Ungleichgewichte verringert werden können. Darüber hinaus  möchten wir nochmalig betonen, dass die Steigerwaldkurve Erfurt den Einrichtungen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung steht und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne Hilfestellungen leisten wird.
 
Erfordia Ultras 1996
Juni 2020

Tafel Mühlhausen e.V.

Restaurant des Herzens & Kaufhaus des Herzens

fairly Fair e.V.

Kontakt in Krisen e.V.

Erfurter Tafel e.V.

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In der Krise beweist sich der Charakter

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.

Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

  1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder
    Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.
  2. Rücklagen
    Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.
  3. Gehalts- und Transferobergrenzen
    Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.
  4. Einfluss durch Berater beschränken
    Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.
    Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.
    Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.
    Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.
    Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!
    Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.
  5. Kader begrenzen
    Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.
    Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.
    Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

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Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren.

-Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden.

-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner – und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.

-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben.

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

Fanszenen Deutschlands im April 2020

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ERFURT SAGT DANKE!

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