Stellungnahme zu den Vorfällen nach dem Auswärtsspiel am Hauptbahnhof Halle

Im Anschluss an das Auswärtsspiel des FC Rot-Weiß Erfurt beim Halleschen FC am Sonntag, dem 2. August 2026, kam es am Hauptbahnhof Halle zu einem Polizeieinsatz. Aufgrund zahlreicher Schilderungen von Betroffenen, vorliegender Videoaufnahmen sowie eigener Beobachtungen lehnen wir das Vorgehen der eingesetzten Kräfte ab und fordern eine kritische sowie umfassende Aufklärung der Geschehnisse.

Auslöser der polizeilichen Maßnahmen sollen einzelne Personen gewesen sein, die während der Wartezeit auf den Regionalexpress am Bahnsteig eine Zigarette rauchten – trotz des dort geltenden Rauchverbots. Um dies zu unterbinden, bewegte sich die BFE Blumberg nach Schilderungen von Betroffenen aggressiv durch die Menschenmenge. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 300 Fans des FC Rot-Weiß Erfurt sowie zahlreiche weitere Reisende dicht gedrängt auf dem Bahnsteig und warteten auf den in wenigen Minuten einfahrenden Zug.

Im Verlauf des Einsatzes soll es zu erheblichem körperlichem Druck und aus Sicht der Betroffenen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung gekommen sein. Aufgrund der räumlichen Enge wurden Menschen in Richtung Bahnsteigkante gedrückt und einzelne Personen stürzten dabei rückwärts ins Gleisbett. Nach den uns vorliegenden Informationen erlitten sie unter anderem Prellungen und Schnittverletzungen.

All dies soll wegen einer einfachen Ordnungswidrigkeit erfolgt sein, wie sie an deutschen Bahnhöfen tagtäglich tausendfach vorkommt.

Besonders besorgniserregend ist aus unserer Sicht, dass sich die Vorfälle während des laufenden Bahnbetriebs ereigneten. Ein Sturz in den Gleisbereich birgt erhebliche Gefahren und hätte schwerste Verletzungen oder sogar tödliche Folgen haben können. Das Vorgehen der BFE Blumberg nahm nach unserer Einschätzung eine Paniksituation sowie eine erhebliche Gefährdung der anwesenden Personen in Kauf.

Wir halten daher eine unabhängige Aufarbeitung der Geschehnisse für zwingend erforderlich. Insbesondere die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes sowie die konkreten Umstände, unter denen Personen in den Gefahrenbereich des Gleises gedrängt wurden, müssen lückenlos aufgeklärt werden. Dies gilt auch vor dem Hintergrund zahlreicher Berichte über frühere Einsätze der BFE Blumberg. Es stellt sich die Frage, ob sich diese Einheit durch ein besonders konfrontatives und eskalierendes Auftreten auszeichnet und dabei die gebotene Verhältnismäßigkeit aus dem Blick verloren hat.

Die Geschehnisse am Hauptbahnhof Halle dürfen nicht folgenlos bleiben. Wir fordern daher den FC Rot-Weiß Erfurt auf, sich kritisch mit den wiederholten Grenzüberschreitungen gegenüber seinen eigenen Anhängern auseinanderzusetzen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitsdebatte, die aus unserer Sicht von Politik und Sicherheitsbehörden genutzt wird, um weitere Einschränkungen von Freiheitsrechten zu rechtfertigen.

Wir rufen alle Augenzeuginnen und Augenzeugen dazu auf, uns vorhandenes Videomaterial sowie Erlebnisprotokolle zur Verfügung zu stellen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil es nach Vorwürfen von Polizeigewalt immer wieder zu Strafanzeigen gegen Betroffene kommt und eine umfassende Dokumentation der Ereignisse von besonderer Bedeutung ist.

Mit dem Wissen, dass uns bereits am Sonntag zum Derby erneut die BFE Blumberg begleiten wird, sehen wir Anlass zur Wachsamkeit. Sollte es erneut zu vergleichbaren Szenen kommen, tragen aus unserer Sicht auch diejenigen Verantwortung, die ein solches Vorgehen durch Untätigkeit oder Schweigen hinnehmen.

BFE Blumberg das Handwerk legen!

Steigerwaldkurve im August 2026

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.