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Am letzten Spieltag der Saison 2025/26 steht mit dem Thüringenderby ein ganz besonderes Spiel für unsere Mannschaft bevor. Normalerweise müssten die Tage vor dem Duell von Vorfreude und Motivation geprägt sein – doch diesmal ist alles anders.
Durch einen Auflagenbescheid der Stadt Jena wird die Kapazität des Gästeblocks im Ernst-Abbe-Sportfeld massiv eingeschränkt.
Statt eines regulären Kontingents stehen den Fans des FC Rot-Weiß Erfurt lediglich 800 Stehplätze für das Spiel zur Verfügung, eine Reduzierung von nahezu 50 Prozent. Neben unserer Fanszene betraf die Maßnahme diese Saison auch die reisefreudigen Anhänger von Chemie Halle, Lok Leipzig, Chemie Leipzig sowie Teile des Heimbereichs und kann somit als pauschale und kollektive Strafe gewertet werden. Sowohl wir als auch der FC RWE prangerten diesen Umstand öffentlich an und hofften bis zuletzt auf ein Umdenken bei den verantwortlichen Behörden. Dieses blieb jedoch aus.
Wir geben deshalb bekannt, dass wir das Spiel nicht besuchen werden und unseren Protest stattdessen auf die Straße tragen. Wir begrüßen außerdem die Reaktion des FC RWE das Kartenkontingent vollständig zurückzugeben um zu verdeutlichen, wie Fußball ohne Gästefans aussieht.
Darüber hinaus rufen wir alle Fans des FC Rot-Weiß Erfurt dazu auf, sich unserer Demonstration in Jena anzuschließen und ein starkes Zeichen gegen die Beschränkungen zu setzen.
· Treffpunkt: 9:30 Uhr Bahnhofsvorplatz
· Anreise ab Erfurt HBF um 9:52 Uhr und 10:20 Uhr mit der Regionalbahn
· Auftaktkundgebung Jena West nach Ankunft aller Teilnehmer (ca. 11:00 Uhr)
· Demonstration durch die Innenstadt und gemeinsame Rückreise zum Public Viewing auf dem Petersberg in Erfurt
Auf ein dezentes Erscheinungsbild und ein geschlossenes Auftreten ist unbedingt zu achten. Von einer Autoanreise wird abgeraten.
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen für den Erhalt von Fankultur setzen! Alle nach Jena zur Demo!
Steigerwaldkurve Erfurt

Etwas mehr als einen Monat ist es noch hin, bis die nächste Innenministerkonferenz in Hamburg tagt – und wir müssen noch immer davon berichten, dass die nach der letzten IMK versprochene Transparenz Fehlanzeige bleibt.
Was genau auf der Agenda stehen wird, ist entsprechend nicht klar – die Erfahrungen der letzten IMK, die Drohungen der Politik gegenüber Vereinen und Verbänden, unterwürfige Verbände sowie die besorgniserregende Zunahme von Polizeigewalt und rechtswidrigen Maßnahmen gegen Fußballfans lassen uns allerdings wenig hoffnungsfroh sein.
Während manche Innenminister und die Polizei daran zu arbeiten scheinen, Fanszenen zu spalten und eine Unterscheidung von „guten“ und „schlechten“ Fans zu konstruieren, möchten wir also diese heiße Phase der Saison nutzen, um erneut deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht spalten!
Seit dem letzten Jahr drücken gewisse Politiker den Vereinen und Verbänden die Pistole auf die Brust und drohen mit harten Mitteln, sollten sie ihren Forderungen nicht nachkommen. Dabei ist unter anderem die Rede von Lizenzentzügen, von Übertragung der Polizeikosten auf die Vereine sowie von personalisierten Tickets. Maßnahmen also, die die Vereine in die Knie zwingen und finanziell bedrohen können. Stellt euch vor, eurem Lieblingsverein wird die Lizenz für den Spielort des Stadions entzogen – oder zumindest für den Gästeblock! Wie sehr das Fehlen von Gästefans das Stadionerlebnis beeinträchtigen kann, ist bereits in vielen Ländern zu beobachten. Zustände, die wir uns nicht herbeiwünschen – gerade, wenn wir selbst als Auswärtsfahrer betroffen wären.
An dieser Stelle müssen auch die Verbände explizit angesprochen werden: DFB und DFL sonnen sich in schönen Bildern und vollen Stadien, die die Fanszenen ihnen Jahr für Jahr von Bundesliga bis in die unteren Ligen servieren. Dass für die Fans, für das besondere Stadionerlebnis in Deutschland und gegen willkürliche Maßnahmen ihre starke Stimmen erhoben werden, ist von den Verbänden erwartungsgemäß nicht zu vernehmen. Stattdessen wird eifrig den populistischen Forderungen gefolgt und an einer völlig undurchsichtigen zentralen SV-Kommission gearbeitet.
Die DFL sowie der DFB scheinen sich von diesen Drohgebärden einschüchtern zu lassen und vor dem Populismus der Politik einzuknicken. Sie scheinen bereit, unnötig repressive Maßnahmen wie die Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien durchzuwinken, um „schlimmere Übel“ abzuwenden. Die Verschärfungen eben dieser Richtlinien gehen also auch klar auf das Konto der Verbände, die weder ihren Vereinen Rückhalt bieten noch den wirtschaftlichen Faktor von aktiver sowie lebendiger Fankultur berücksichtigen zu wollen. Und das alles wegen einer hochstilisierten Gefahrenlage in deutschen Fußballstadien.
Es erschließt sich uns zudem auch sechs Monate nach der letzten IMK nicht, weshalb diejenigen Politiker, die sich mit der inneren Sicherheit Deutschlands beschäftigen sollen, überhaupt über den Fußball sprechen. Die herbeifantasierten Schreckgespenster gefährlicher Stadien wurden doch bereits im Vorfeld der letzten IMK entzaubert! Weshalb also wollen gewisse Innenminister das bunte und lebendige Stadionerlebnis durch repressive, rechtlich fragwürdige Maßnahmen aufs Spiel setzen?
Weshalb wollen sie das Risiko in Kauf nehmen, Vereine finanziell zu ruinieren und Fankultur zu beerdigen?
Die realitätsfremden Wahrnehmungen von Politikern, die selten bis nie einen Fuß in unsere Stadien gesetzt haben, können nicht unwidersprochen bleiben. Wir Fans wissen, wie die Realität aussieht: der Fußball ist nach wie vor sicher und gleichzeitig braucht das Stadionerlebnis die lebendige Fankultur!
Die Zahlen der tatsächlich gefährlichen Vorfälle in Stadien sind so verschwindend gering, dass sie dieses Maßnahmenpaket niemals rechtfertigen können.
Lasst uns ihnen gemeinsam zeigen, was wir davon halten – wir lassen uns nicht spalten!
Fanszenen Deutschlands – Mai 2026
Sehr geehrter Benjamin Koppe,
als Fans des FC Rot-Weiß Erfurt sind wir zum Thüringenderby im Ernst-Abbe-Sportfeld am 16. Mai 2026 von einer massiven behördlichen Einschränkung betroffen. Die Kapazität des Gästeblocks wird laut Auflagenbescheid der Stadt Jena von 1300 Stehplätzen sowie 300 Sitzplätzen in Summe um 50% reduziert. Uns stehen lediglich 800 Stehplätze zur Verfügung, von einer Schließung des angrenzenden Sitzplatzbereichs ganz zu schweigen. Hintergrund sind vermeintliche Sicherheitsbedenken der Behörden.
Die Anzahl der Karten deckt nicht im Ansatz den Bedarf unserer rot-weißen Fanlandschaft ab und ist weit von einer fairen 10% Regel für Gästekarten entfernt.
Die letzten Duelle beider Vereine im August 2025 und Oktober 2025 haben gezeigt, dass eine Durchführung mit vollem Gästekontingent möglich ist. Fußball lebt von der Atmosphäre im Stadion und ihrer Fankultur. Diese Maßnahmen schließen bewusst Teile der Gästefans aus. Vorfälle mit anderen Vereinen werden pauschal auf unsere Anhängerschaft übertragen, obwohl sie in keinerlei Zusammenhang stehen. Verfehlungen Einzelner sollen laut der Stadt Jena zu einem kollektiven Ausschluss von Zuschauern führen. Vorgeschobene bauliche Mängel lassen sich nicht durch den temporären Ausschluss von Gästefans lösen. Wir als Fanszene des FC Rot-Weiß Erfurt lehnen diese Form von Kollektivstrafen konsequent ab. In Deutschland ist mittlerweile bei Verbänden anerkannt, dass diese Strafform wenig bis keine Veränderungen bringt. So hat der DFB im August 2017 sämtliche Kollektivstrafen temporär ausgesetzt. Das betrifft Geisterspiele im Allgemeinen aber auch Zuschauerteilausschlüsse. Warum möchte die Stadt Jena hier einen eigenen Weg gehen?
Wir fordern ein volles Gästekontingent sowie die Öffnung des Sitzplatzbereichs für das Thüringenderby am 16. Mai 2026 und generell in Zukunft!
Sollten unsere Forderungen unbeachtet bleiben, werden wir unbequeme Wege für die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden der Stadt Jena gehen.
Steigerwaldkurve Erfurt im April 2026